Meine Regeln für eine gesunde Abnahme

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass es bei den meisten Abnehmstrategien darum geht, lediglich die Energiezufuhr zu reduzieren und die Energieabgabe zu erhöhen? Prinzipiell ist dagegen nichts zu sagen, aber geht eine Gewichtsreduktion automatisch einher mit einem stetig gesundem Essverhalten?

Ich halte das für unwahrscheinlich. Ich denke, die Ernährungsstörung bleibt selbst bei den meisten derjenigen, die es schaffen, ihr durch Abnahme erreichtes Gewicht zu halten, erhalten. Sie ändert lediglich ihr Gesicht. Wer Kalorien zählen muss, wer nicht nach Gefühl und Sättigungsgefühl essen kann, zeigt kein gesundes Essverhalten, selbst wenn er dabei schlank bleibt.

Ich habe ehrgeizige Ziele, ich will mich von meiner Essstörung heilen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich behaupte nicht, dass dies in jedem Fall möglich ist. Meine Essstörung scheint nicht sonderlich stark zu sein. Sie ist mit einigen Regeln zu bewältigen, zumindest sieht es momentan so aus.

1. Ich esse keinen Zucker.

Ich bin sehr anfällig für die Sucht nach Zucker. Esse ich drei Tage lang keinen, verschwindet auch jegliche Gier danach. Dazu habe ich mich hier schon geäußert.
Sachliche Aufklärung zum Thema „Zucker +
all das, was anders heißt, aber das Gleiche ist“ kann man hier http://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittel/gruppen/zucker.htm#zutatenliste finden.

2. Ich esse kein Weißmehl.

Leere Kalorien, die mich fett und krank machen und nichts, absolut gar nichts Gutes für mich bringen brauche ich nicht.

3. Wenn ich Hunger habe, esse ich.

Hungern ist doof, macht nervös, reizbar, frustriert. Solche Gefühle erschweren mir eine Abnahme und überhaupt ->

4. Ich verhalte mich mir selbst gegenüber versöhnlich und vertrauensvoll.

Wenn mir mein Körper sagt, dass er Hunger hat, lügt er nicht. Wenn er Gelüste produziert, hat er Bedürfnisse. Mein Körper ist gesund, mein Verhalten muss es auch werden.

5. Ich lerne mich kennen und erfahre, was mir gut tut und mich sättigt.

Es nützt niemandem, einem Diätplan zu folgen, der nicht zu ihm passt. Für den Einen mag ein Obstsalat am Morgen perfekt sein, ich allerdings brauche gute Kohlenhydrate, und davon reichlich. Ich esse Getreide oder Süßgräser in Form von Haferflocken, gepufftem Amaranth, gepufftem Quinoa, gepufftem Dinkel, Buchweizen, Hanfsamen, Gerstenflocken, Chiasamen etc. mit ein wenig Obst in heißer Hafermilch. Das schmeckt mir und sättigt mich zuverlässig für mindestens fünf Stunden. Allerdings lange ich auch ordentlich zu. Generell esse ich nach Gefühl. An manchen Tagen wenig, manchmal auch richtig viel.

6. Ich lerne die Grundprinzipien der gesunden Ernährung kennen.

Was braucht der Körper? Wie wirken Kohlenhydrate, welche gibt es? Woher beziehe ich die notwendigen Mikronährstoffe? Was sind gute Fette?
Ich kann nicht eigenverantwortlich abnehmen, wenn ich nicht weiß, wie es funktioniert. Einseitige Diäten, restriktive Kalorienvorgaben tun mir auf lange Sicht nicht gut. Und um eine lange Sicht geht es mir nunmal.

7. Ich misstraue mir nicht.

Konkret heißt das, ich zähle keine Kalorien oder Punkte oder Einheiten und ich wiege mich nicht. So lerne ich Körpergefühl.

8. Ich!

Dass ich weiß, was ich will und dass es mir so gut dabei geht, ist ein schönes Gefühl. Ich lasse mir dieses Gefühl nicht durch faule Kompromisse nehmen. Ob Anderen mein „Trip“ lächerlich, störend, belastend oder peinlich erscheint, ist mir endlich egal. Und seitdem es mir egal ist, erfahre ich deutlich mehr Akzeptanz und Unterstützung.

——————

Natürlich gibt es noch ein paar Unterpunkte. Diese scheinen mir aber eher unwichtig, weil individuell. Mir ist Sport wichtig, für zwingend notwendig halte ich ihn im Gegensatz zur Bewegung allerdings nicht. Auch einen Verzicht auf Fleisch halte ich nicht für unbedingt erforderlich für eine gesunde Abnahme. Ich selbst konsumiere es nicht.

Mit ist klar, dass meine Regeln nichts Neues, nichts Weltbewegendes, nichts Geheimnisvolles sind, doch für mich waren sie das. So simpel, so alltäglich, so old school und doch so revolutionär. Ich bin seit Monaten in der Situation, nicht mehr Druck auf mich selbst ausüben zu müssen. Ein Gefühl, das ich sehr lange nicht mehr hatte.
Abnehmen heißt nicht, dass man verzichtet! Abnehmen heißt, dass man lecker, vielfältig und mit größtem Vergnügen isst. Ist es nicht so, ist die Strategie nicht die richtige 🙂

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2 Antworten zu Meine Regeln für eine gesunde Abnahme

  1. vegantarian lifestyle schreibt:

    Sehr schöne Regeln. Ich denke auch, egal wie man sich ernährt, dass es so wichtig ist, nicht aufs Essen zu verzichten; essen, wenn man Hunger hat, ist einfach essentiell, doch leider nicht bei jedem auf der Liste!
    Liebe Grüße
    Lou

    http://vegantarianlifestyle.com/blog/

    • sycoraxa schreibt:

      Ich habe das leider einige Jahre lang erfolgreich falsch betrieben und zahle heute die Rechnung dafür. Es ist unheimlich schwer, solche Unarten wie krankhafte Selbstkontrolle und – Bestrafung abzulegen.
      Liebe Grüße.

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