Leben ohne Zucker

Ich bin ein gutes Beispiel dafür, dass Zuckersucht extrem schwer heilbar ist. Aufklärung, Disziplin, Rituale zur Krisenbewältigung, der einfache Zugang zu gesunden Alternativen – ich weiß und kenne alles, was relevant ist. Ich kann es anwenden, verbreiten, darüber schreiben. Ich bin sozusagen erleuchtet, weiß um alle Gefahren, Tücken und Risiken. 

Und doch: Jeden Freitag Abend könnt ihr mich in meinem Lieblingsbiomarkt am Schokoladenregal herumlungern sehen, innigst darüber nachdenkend, ob ich mich heute für die  Tafel Dunkle Nougat oder Reismilch – Schokolade entscheide. Manchmal nehme ich beide. Und ab und zu könntet ihr mich dabei beobachten, wie ich den Teelöffel ins „Bionella“ tunke und mir die Kalorienbombe schmecken lasse, weil ich kurz vorher das Gefühl hatte, ohnmächtig zusammenbrechen zu müssen, falls ich nicht sofort ein Mindestmaß an Zucker bekäme. Schaut allein auf die von mir veröffentlichten Rezepte der letzten Wochen…

Es ist keine Frage, ich bin immer noch süchtig. Ich esse keinen Weißzucker mehr, doch wir alle wissen, dass dies eigentlich keine Rolle spielt. „Wenig Zucker, ab und zu“ scheint genau so wenig ungefährlich zu sein wie das Glas Wein für den Alkoholiker. Ich mache mir etwas vor, wenn ich glaube, die Sache im Griff zu haben.

Kurz und gut, es ödet mich gewaltig an, immer wieder in etwas hinein zu rutschen, dass ich überwunden glaubte. Ich will diese fiese Zuckerabhängigkeit endlich loswerden.

Daher läute ich hier und heute erneut eine Überhauptkeinzucker- Herausforderung ein. Hin und wieder werde ich den Beitrag ergänzen und euch somit an meinen Hochs und (hoffentlich so gut wie nicht vorhandenen) Tiefs teilhaben. 

( Zucker in seiner natürlich belassenen Form, also Obst ist übrigens erlaubt.)

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2 Antworten zu Leben ohne Zucker

  1. nine schreibt:

    ich habe festgestellt, dass „kein Zucker“ für mich wirklich nur funktioniert, wenn ich komplett rigoros auf Zucker verzichte. Jedes mal, wenn ich Zucker zu mir nehme, endet das in Heißhunger attacken, die ich nicht so einfach beenden kann, deswegen sage ich mir vorher jedes mal, bevor ich etwas zuckerhaltiges essen will: „Nein, du weißt, wie die Konsequenzen sind“. Es gibt so viele gute Alternativen, zb das Süßen mit Trockenfrüchten (Datteln), Süßstoffe oder Kokosblütenzucker.

    Für die Schokosucht zwischendrin empfehle ich übrigens die Lovechock aus dem Bioladen, die sind roh und vegan und komplett ohne Zucker im Gegensatz zu den Schokoriegeln aus Reismilch. Oder einfach Schokolade selber machen, schmeckt auch besser 😉

    • sycoraxa schreibt:

      Ja, die Lovechock ist perfekt. Die Süße Ost vollkommen ausreichend, nicht so aufdringlich wie bei gezuckerter Schokolade.
      Zucker in kleinen Dosen funktioniert bei mir auch nicht.
      LG

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