Mein letzter Tag oder Je mehr Salat ich esse, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich lebendige Tiere verspeise.

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Jawoll, heute ist Tag 30! Unfassbar, wie schnell die 30 Tage vergingen.
Hier noch einmal ein kurzer Überblick darüber, wie ich die sogenannte Challenge absolviert habe:

Mein Leitfaden war „Vegan for fit“ von Attila Hildmann. Ich habe einen Großteil der Rezepte aus dem Buch nachgekocht, daneben aber viel selbst kreiert. Außerdem habe ich die Rezepte insofern verändert, als dass ich den Agavensirup reduziert oder weggelassen habe und die Nussmuse sparsamer verwendet habe.
Innerhalb der 30 Tage habe ich mich konsequent vegan ernährt und keinen raffinierten Zucker oder Weißmehl gegessen.
An zwei Punkten bin ich kläglich gescheitert: ich habe zu wenig getrunken und keinen Sport gemacht.
Überdies habe ich die Zeit dafür genutzt, viel über Ernährung zu lesen, mir verschiedene Konzepte angesehen, und nicht zuletzt zu staunen über die endlos anmutende Liste der Ernährungsformen, die den Anspruch erheben, die besten und gesündesten zu sein, die es gibt und die erschreckende Aggressivität in den Diskussionen darüber.
Ich kann mit Selbstgerechtigkeit nur schwer umgehen und ich meide Menschen, die sich ihrer bedienen. So habe ich mich anfangs einigen Facebookgruppen angeschlossen, in denen sich Veganer austauschen, mich dann aber richtig angewidert wieder abgemeldet. Der Gedanke der Friedfertigkeit endet leider sehr oft da, wo Menschen anderer Meinung sind. Ich wünsche mir da viel mehr Toleranz, Neugier, Offenheit und Gelassenheit.
Natürlich bin ich auch via Blogs oder Videos auf Menschen gestoßen, die nicht missionarisch und verbissen, sondern gut gelaunt und gewissenhaft vorbereitet Informationen weitergeben, Rezepte posten oder auch Getestetes verreißen. Ich bin ehrlich phasziniert von der “ veganen Kochkunst“. Ich liebe die Kreativität, die besinnliche Art, sich dem Kochen zu widmen, die üppige Verwendung von Kräutern und Gewürzen und die Rückbesinnung auf alte Getreidearten und Süßgräser.
Da werde ich mich auch weiterhin belehren lassen und mir selbst mehr zutrauen.

Also, was hat mir die Challenge gebracht? Zuerst einmal habe ich abgenommen. Ich kann nicht genau sagen, wieviel, da ich mich nicht wiege, aber ich schätze mal, um die drei bis fünf Kilo. Mein Bauchumfang jedenfalls beträgt sechs Zentimeter weniger als am Starttag.
Ich fühle mich insgesamt gut, habe seit etwa zwei Wochen keine Kopfschmerzen mehr. Die waren vorher mein ständiger Begleiter.
Ich schlafe sehr gut, insbesondere seitdem ich den Grüntee weglasse. Ich behaupte von mir, besserer Laune zu sein, gelassener auf Krisen und Stress zu reagieren, aber das braucht wohl noch einer längeren Beobachtungsphase.
Ich esse gern vegan und werde gut satt. Ich habe keine Heißhungeranfälle, keine Gelüste. Hier denke ich aber, dass dies vor allem meinem Zuckerverzicht zu verdanken ist. Mein Blutzuckerspiegel und ich sind endlich Freunde geworden.

Was habe ich vermisst?

Eier, Joghurt, Feta und Mozzarella. Unersetzbar in meinen Augen.

Wie geht es weiter? Das ist die schwierigste aller Fragen, die mich schon seit Tagen beschäftigt. Eigentlich will ich so weiter machen wie bisher, also vegan. Aber ich werde mir seltene Ausnahmen zugestehen. Denn das war während der letzten 30 Tage richtig unangenehm. Auf mehreren Einladungen bin ich angeeckt, weil ich den liebevoll angebotenen, aber eben vegetarischen Salat ausgeschlagen habe. Irgendwie hat das etwas anklagendes, die Leute fühlten sich offensichtlich schuldig, zurückgewiesen. Ich bewege mich unter Allesessern, da ist man als Vegetarier schon ein Exot. So gab es auch bei Restaurantbesuchen, zu denen ich eingeladen wurde Probleme. Hier gibt es auch Restaurants für Veganer, aber da gehen weder meine Freunde noch meine Familie hin. Als Vegetarier kommt man mittlerweile überall gut durch, vegan ist mit Extraaufwand für Andere verbunden. Bei einem großen städtischen Fest habe ich absolut nichts zu Essen gefunden, das vegan war und keinen Zucker und kein Weißmehl enthielt. Die Welt ist nicht bereit für meine Mätzchen.
Deshalb wird es also Ausnahmen geben, ich werde also vegetarisch essen.
Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich meine, für mich perfekte Ernährungsform gefunden, von der ich hier gern weiter berichten werde.

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Über sycoraxa

Wenn ihr Lust habt, mich bei meinen Erfolgen und Rückschlägen zu begleiten und ab und zu ein einfaches, veganes Rezept zu lesen, bleibt dabei. Ich freue mich sehr über Besuch.
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7 Antworten zu Mein letzter Tag oder Je mehr Salat ich esse, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich lebendige Tiere verspeise.

  1. missmurray09 schreibt:

    Hey,ich habe deinen Blog aboniert und deine Challenge intetessiert mitverfolgt;)
    Danke für die guten Tipps,Erfahrungsberichte und die Zusammenfassung.
    Ich bin auch seit 5 Tagen wieder Veganerin auf Probe und will ab Oktober auch die Challenge beginnen:)
    Ich finde es super dass du zumindest vegetarisch bleibst!
    Liebe Grüße
    Isabel

  2. mademoisellefrieda schreibt:

    Ich war viele Jahre Vegetarierin, Anfang des Jahres habe ich mich mal an der Challenge von Attilla „versucht“, bin aber leider kläglich gescheitert. Damals war mir das zu kompliziert, zu viel und vor allem zu lange Kocherei (ich hab gefühlt nur noch in der Küche gestanden), zu viel Verzicht und so weiter.
    Ich finde es auch sehr schade, wie viele extreme Veganer es gibt und das extrem ist leider auch vor allem auf extrem feindselig bezogen. Ich habe in all meinen Jahren als Vegetarierin mir nie angemaßt jemanden zu verurteilen, weil er Fleisch ist. Ich habe mit den Leuten darüber geredet wenn ich drauf angesprochen wurde und ihnen meinen Standpunkt dargelegt und viele tatsächlich zumindest schon mal soweit zum Umdenken gebracht, als dass manche tatsächlich ihren Fleischkonsum verringert haben. Und ich finde das ist bereits ein großer Schritt. Die Welt muss nicht nur aus Veganern bestehen, alleine wenn jeder seinen Fleischkonsum auch nur halbieren würde bräuchte man keine Massentierhaltung mehr und dem Klima ginge es auch besser und so weiter und so fort. Warum immer gleich zum Extremen schreiten? Das finde ich bei vielen Veganern so schade. Ich bewundere Veganer, die es wirklich schaffen das durchzuziehen, noch mehr bewundere ich diejenigen, die dabei niemanden verurteilen, der dies nicht kann oder möchte.
    Mit Druck erreicht man da doch nur Gegendruck. Und diese ganzen extremen Veganer erreichen nur, dass diejenigen, die nicht so extrem sind noch schräger angesehen werden.

    Die Welt ist nicht bereit für unsere Mätzchen, ja das ist leider so. Und sie ist es noch weniger wenn sich manche mit erhobenem Zeigefinger und absoluter Feindseligkeit dahinstellen.
    Finde ich sehr schade sowas. Da frage ich mich auch manchmal warum manche Leute überhaupt Veganer sind und ob sie überhaupt verstanden haben worum es eigentlich wirklich geht dabei.
    Es geht eben nicht um „alles oder nichts“, sondern darum überhaupt was zu ändern. Und sei es nur mit kleinen Schritten.

    Mich hat diese Vegane Phase Anfang des Jahres tatsächlich im Endeffekt sogar soweit gebracht, dass ich wieder Fleisch esse. Ich will nicht mehr die sein, die nachfragt, was irgendwo drin ist und dann sagen muss, dass sie Vegetarierin ist um dann mit den Leuten zu diskutieren.
    Ich habe an meiner Ernährung eigentlich kaum was geändert, außer dass ich auswärts eben auch mal Fleisch esse und mit meinem Freund auch mal was mit Fleisch koche. Wo immer möglich achte ich dann eben auch darauf Fleisch aus artgerechter Haltung zu kaufen, um die Bauern zu unterstützen, die ihre Tiere artgerecht halten.
    Und ich tausche so oft wie möglich Milch gegen Sojaprodukte aus. Aber eben nicht nur. Ich habe keine Lust mehr auf Extreme. Ich denke so ein Mittelweg bringt auch weit mehr. Für das Extrem Veganismus können sich nur wenige Leute entscheiden. Für einen Weg, der aus gesundem Essen und wenig tierischen Produkten besteht sicherlich schon weit mehr. Und ich denke es geht vielmehr darum die Leute dafür zu sensibilisieren. Denn das setzen einige sicher auch um.
    Und wenn jeder kleine Schritte gehen würde, könnte man damit bereits die Welt verändern.
    Dafür muss eben nicht jeder vegan und extrem werden.

    So. Ha. Roman zu Ende. 😀 Sorry für den langen Text, ich könnte mich tot reden und schreiben über das Thema. 😉

  3. sycoraxa schreibt:

    Ich sehe das ganz ähnlich. In letzter Zeit befasse ich mich intensiver mit dem Thema „Clean Eating“, und momentan scheint mir dies das Ernährungsprinzip zu sein, das meinen Vorstellungen von gesunder Ernährung, Ökologie und Tierschutz am nächsten kommt. Nicht am nächsten, es passt auf den Punkt. Und es ist auch genau das, was du beschreibst 🙂

  4. Follygirl schreibt:

    Interessant.. bin gespannt wie es bei Dir weitergeht!
    Ich hab ja auch die Challenge gemacht und war nicht ganz zufrieden… mit mir und den Vorgaben. Dann haben wir wieder hin und wieder vegetarisch gegessen.. ich kanns allerdings gar nicht mehr vertragen, bin bin jedesmal echt krank geworden danach.
    Nun bin ich bei vegan, schon eine ganze Weile, und fühle mich gut.. und bin mit meinem Gewissen und meinen Vorstellungen eins… 🙂
    Leider ist es hier auf dem platten Land schwer.. auswärts gibt es praktisch nichts zu essen für uns…
    LG, Petra

  5. Schnippelboy schreibt:

    Es ist doch nicht schwer vegan zu kochen ,auch ohne Kochanleitung . Gemüsegericht,Suppen,jegliche Kartoffelgerichte und und und.
    viel Erfolg wünsche ich dir
    Schnippelboy

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